… an der Grenze zur Schweiz
Unsere fünftägige Bergtour im August ins Montafon war geprägt vom Zusammenbruch der Hitzewelle bzw. der angekündigten Gewitter- und Starkregenfront. Aus diesem Grund wanderten wir am Anreisetag nicht über den Golmer Höhenweg zur Lindauer Hütte sondern am schnellsten Weg von Latschau durchs Gauertal. Immer wieder gab die Landschaft den Blick auf das Wahrzeichen des Montafon, den Drei Türmen, frei.
Obwohl wir am ersten Tag mit Wetterglück die Hütte noch trocken erreichten, mussten wir uns am zweiten Tag intensiver mit dem Wetterradar beschäftigen und wählten deshalb die 2.334 m hohe Geißspitze als erstes Bergziel aus. Dennoch erwischte uns in Gipfelnähe ein kurzer intensiver Regenschauer, der uns durchnässt umkehren ließ. Eine kurze Einkehr in der naheliegenden Käserei der oberen Sporaalm verwöhnte uns mit Cafe und Kuchen. Den Rest des Tages relaxten wir rund um die Lindauer Hütte, die sich organisatorisch wie kulinarisch von ihrer besten Seite zeigte.
Der dritte Tag stand im Fokus der Drei Türme. Informiert durch das Wetterradar starteten wir unsere Tour nach einer Regenfront und peilten den höheren Turm mit 2.830 m an. Im Nebel, aber regenfrei, kraxelten wir auf den höchsten Punkt, den wir mangels Aussicht rasch wieder verließen. Ein kurzes Wolkenfenster gab im Abstieg den Blick zum mittleren Turm frei, den wir kurzerhand aufgrund der unmittelbaren Nähe rasch erstiegen. Der weitere Abstieg bot schöne Tiefblicke.
Am angekündigt schönsten Tag der Woche steuerten wir über den Gauablickhöhle-Klettersteig die 2.818 m hohe Sulzfluh an. Die Steiganlage beeindruckte durch die spektakuläre Linienführung in der Felswand, unterbrochen durch eine 350 Meter lange Höhlendurchquerung, bei mittlerem Schwierigkeitsgrad. Die Sulzfluh bietet fantastische Ausblicke. Erschreckend auch hier der Rückgang der Gletscher. Den Rückweg wählten wir über die leicht zu erreichende Tilisunahütte mit dem Überstieg über die Schwarze Scharte des Schwarzhorns zur Lindauer Hütte. Dieser Rückweg ist ein landschaftlicher Höhepunkt, dauert zwar etwas länger, bietet eine weitere Hütteneinkehr und ist dem Abstieg durch den massiv steinschlaggefährdeten „Rachen“ absolut vorzuziehen. Dennoch blieb genügend Zeit fürs Verweilen im Gastgarten unserer Berghütte.
Für den Abreisetag sind ab Mittag wiederum Gewitter mit starken Regenfällen angekündigt. Drei Teilnehmer wählten den knieschonenderen Weg über die Latschätzeralpe während die restlichen acht Teilnehmer über den Birkengrat die Tschaggunser Mittagsspitze noch anpeilten. Allerdings überraschte uns vorher die Gewitterfront und zwang uns zum kurzfristigen Abstieg nach Latschau. Gemeinsam beendeten wir unsere Tourentage beim Italiener in Schruns mit einem gemütlichen Mittagessen, bevor wir bei Starkregen unsere fünfstündige Heimreise antraten.











Rudi Abel


